Biosphärengebiet Schwäbische Alb

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Biosphärengebiet Schwäbische Alb

Biosphärengebiet und Biosphärenreservat - zwei Begriffe eine Bedeutung?

Biosphärenreservate sind Modellregionen mit hoher Aufenthalts- und Lebensqualität, in denen aufgezeigt wird, wie sich Aktivitäten im Bereich der Wirtschaft, der Siedlungstätigkeit und des Tourismus zusammen mit den Belangen von Natur und Umwelt gemeinsam innovativ fortentwickeln können.  Die Ausweisung erfolgt im Rahmen des Programms Mensch und Biosphäre von der UNESCO. Weltweit gibt es momentan 553 Biosphärenreservate. Dazu zählen u.a. der Ayers Rock in Australien, die Everglades in den USA und Lanzarote in Spanien. Deutschland verfügt bereits über 15 Biosphärenreservate:
  • Biosphärenreservat Vessertal-Thüringer Wald
  • Biosphärenreservat Flusslandschaft Elbe
  • Biosphärenreservat Berchtesgaden 
  • Biosphärenreservat Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer und Halligen
  • Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin
  • Biosphärenreservat Rhön 
  • Biosphärenreservat Spreewald
  • Biosphärenreservat Südost-Rügen
  • Biosphärenreservat Hamburgisches Wattenmeer
  • Biosphärenreservat Niedersächsisches Wattenmeer 
  • Biosphärenreservat Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft
  • Biosphärenreservat Pfälzerwald-Vosges du Nord
  • Biosphärenreservat Schaalsee
  • Biosphärenreservat Bliesgau 
  • Biosphärengebiet Schwäbische Alb
Karte des Biosphärengebiets Schwäbische Alb
Hinter der Bezeichnung Biosphärengebiet und Biosphärenreservat steckt die gleiche Idee: nachhaltige Regionalentwicklung im Einklang mit Mensch und Natur. Der Begriff Biosphärenreservat steht international und auf Bundesebene für das modellhafte Miteinander von Ökonomie, Ökologie und Sozialem. Das Land und die Bewohner Baden-Württembergs haben sich gegen den Ausdruck "Reservat" entschieden, wird er hier doch zu sehr mit Isolation und Ausgrenzung assoziiert.

Biosphärengebiet Schwäbische Alb
Das Biosphärengebiet Schwäbische Alb stellt eine der Modellregionen für nachhaltige Entwicklung dar. Mit einer Gesamtfläche von 85.268,73 ha (Stand: März 2008) handelt es sich um das erste Großschutzgebiet in Baden – Württemberg. Die Realisierung erfolgte infolge der Aufgabe des militärischen Truppenübungsplatzes „Gutsbezirk Münsigen“ und seiner Konversion im Jahr 2005 mit der Unterstützung der Landesregierung. Seit Mai 2009 ist das Gebiet auch von der UNESCO als Biosphärenreservat anerkannt.Die Biosphärengebietskulisse hat eine rund 40 km lange Nord-Süd-Ausdehnung mit 29 Gemeinden und erstreckt sich damit vom Albvorland über den steil aufsteigenden Albtrauf, die Albhochfläche bis an die Donau im Süden. Räumlich zählt das Gebiet zu fast zwei Drittel zum Landkreis Reutlingen, zu rund 18 Prozent  zum Alb-Donau-Kreis und zu ca. 16 Prozent zum Landkreis Esslingen. Zentrale Schwerpunkte sind Schutz, Erhaltung, Nutzung und Entwicklung im Sinne einer nachhaltigen Regionalentwicklung. Hierfür wird die Kulturlandschaft räumlich in drei Zonen untergliedert: Kernzone, Pflegezone, Entwicklungszone. 

Die Kernzone im Biosphärengebiet Schwäbische Alb nimmt eine Fläche von 2.664,82 ha ein. Dies entspricht einem Anteil von 3,1% an der Gesamtfläche. Die Kernzone dient überwiegend dem Schutz natürlicher und naturnaher Lebensräume und Lebensgemeinschaften, um die Entwicklung der Natur ohne die Beeinflussung des Menschen beobachten zu können. Wirtschaftliche Nutzung und Siedlungsfläche werden in dieser Zone ausgeschlossen. Bei der Kernzone handelt es sich nicht um eine zusammenhängende Fläche. Die naturräumliche Ausstattung aber auch die unmittelbare Nähe zum urbanen Raum lässt nur eine kleinstrukturierte Aufteilung zu.

Die Pflegezone umschließt mit einer Gesamtfläche von 35.409,93 ha (41,83 %) die Kernzonen und dient vorrangig dem Erhalt artenreicher und bedrohter Tier- und Pflanzengemeinschaften. Unter dem Motto „Schützen durch Nützen“ (vgl. www.biosphärengebiet-alb.de) wird in dieser Pufferzone eine schonende Landnutzung unter Berücksichtigung ökologischer Aspekte angestrebt. Dem Mensch ist dieser Raum zur Erholung, der Umwelterziehung oder der nachhaltigen Landbewirtschaftung zugänglich.

Die Entwicklungszone bildet mit einer Fläche von 47.213,98 ha (55,37 %) den äußersten Ring des Schutzgebietes. Die Zone fungiert als Lebens-, Wirtschafts- und Erholungsraum der Bevölkerung und soll eine nachhaltige Entwicklung von Mensch und Natur fördern. Die Wertschöpfung der Region wird durch die Vermarktung und den Absatz regionaler Produkte und Dienstleistungen auf eine umwelt- und ressourcenschonende Weise gesteigert. 
Die Wirtschaft investiert pro Jahr ca. 750 Millionen Euro in die Region Neckar-Alb. Dieses Vertrauen in den Standort begründen die Betriebe meist mit dem Mix aus hoch qualifizierten Arbeitskräften, zahlreichen Forschungs- und Transfereinrichtungen sowie der hohen Lebensqualität. Das Biosphärengebiet bietet eine große Chance, die Attraktivität der Region weiter zu steigern und insbesondere den Wirtschaftsstandort „Schwäbische Alb“ zu stärken. 

Baustein für die Marke Neckar-Alb
Die Umnutzung des Alten Lagers zu einem Informationszentrum stellt für das Gebiet ein touristisches Highlight dar und wird im Umland einen deutlichen Wachstumsschub auslösen. Eine Verknüpfung mit Innovationen im Energiesektor wie Biomasse, nachwachsenden Rohstoffen, Sonnenenergie, Brennstoffzelle und Erdwärme kann dem Standort Neckar-Alb noch mehr Auftrieb verleihen. Neu geschaffene  Arbeitsplätze stärken zudem den Ländlichen Raum. Die „Entwicklungszone“ des Biosphärengebiets ist in vielen Bereichen eine große Entwicklungschance! An dieser Stelle kann ein solider Baustein im Fundament der Marke ‚Region Neckar-Alb’ entstehen. Gerade wegen der großen Chancen mahnt die IHK Reutlingen eine offensivere Kommunikationspolitik an. Denn viele Unternehmen, aber auch Gemeinden, fürchten noch immer, dass ihre Entwicklungsmöglichkeiten eingeschränkt werden. Sowohl ein zentrales Bewusstsein der Bürger selbst für ihr Gebiet als auch ein gemeinschaftliches (Binnen-) Marketing sind für einen überregionalen Bekanntheitsgrad und somit Erfolg des Biosphärengebietes Schwäbische Alb erforderlich.

Vielfältiger Branchen-Mix
Mit den Landkreisen Reutlingen, Tübingen und Zollernalb gehört die Region Neckar-Alb zu den wirtschaftsstärksten Gebieten Europas. In 66 Gemeinden leben rund 690 000 Menschen. Rund 43.000 Unternehmen und Handwerksbetriebe haben hier ihren Sitz. Der große ökonomische Vorteil der Region ist der vielfältige Branchen-Mix: Von Textiltechnologie und Maschinenbau bis hin zu Life Sciences sowie Informations- und Kommunikationstechnologie. Weitere Wachstumsstarke Cluster befinden sich in den Bereichen Holz und regenerative Energien sowie auch Bio-/Medizintechnik. Großes Potenzial bietet zudem der Cluster Automotive mit der einmaligen Standortnähe zum Herz der europäischen Automobilproduktion.  Letztlich sind aber auch der persönliche Kontakt zwischen den Unternehmen und die Interaktion mit unternehmensnahen Dienstleistungen und Forschungsreinrichtungen mit ausschlaggebend für den dynamischen Wirtschaftserfolg der  Region Neckar-Alb.

Forschung – Tourismus - Tradition
Ein weiterer Trumpf der Region Neckar-Alb sind die vier Hochschulen von internationalem Ruf sowie zahlreiche Forschungs-, Transfer- und Bildungseinrichtungen (Universität Tübingen, Hochschule Reutlingen, European School of Business Reutlingen, Hochschule Albstadt-Sigmaringen, Research Institute Reutlingen University, Lederinstitut Gerberschule Reutlingen, Steinbeis Transfer, Technologieparks Tübingen – Reutlingen). Sie bringen hoch qualifizierte Arbeitskräfte hervor und machen die Region Neckar-Alb zum Zentrum der Tüftler und Denker. Auch Arbeitnehmer kommen gerne in die Region Neckar-Alb. Denn Langeweile ist anderswo: Ob Sommer oder Winter, zu Lande, zu Wasser oder in der Luft: Die abwechslungsreiche Natur und die spannende Geschichte der Region eröffnen ständig wechselnde Perspektiven. Die Traditionen einer uralten Kulturlandschaft und die Weltoffenheit der Bewohner bilden hier eine einzigartige Symbiose. So ist es nur noch das i-Tüpfelchen, dass die Region in puncto Familienfreundlichkeit im bundesweiten Vergleich ganz oben steht.

Zur Internet-Seite des Biosphärengebiets Schwäbische Alb:


Ansprechpartner
Herr Dr. Markus Nawroth MBA
Leiter Volkswirtschaft und Regionale Wirtschaftspolitik
Bereich: Standortpolitik
Telefon: 07121/201-185
E-Mail: E-Mail verfassen
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